Mein Erlebnis „Bergwandern – Twin Konzept mit Komfort“

„A bisser´l was geht alleweil“

Mein Mann sprach mich auf dieses Angebot vom DAV an. Ob ich nicht Lust hätte, diese Wandertour einmal mit zu machen. Ich las mir die Beschreibung durch und wurde schon ein wenig neugierig darauf, als ich las, dass es sich um keine Hüttenwanderung handelte. Von einem Standort aus wurden mehrere Touren vorgeschlagen und wer nicht mit gehen möchte, hätte die Möglichkeit selbst etwas zu unternehmen. Das klang reizvoll, denn ich hatte ja Bedenken, an einer Wandertour- und dann noch in der Gruppe- teilzunehmen. Jeden Tag wandern, mehrere Stunden? Werde ich das auch schaffen? Wie werden die anderen drauf sein? Sind das alles „Cracks“, die mir zeigen, wo der Hammer hängt? Werde ich die Gruppe auch nicht aufhalten? Ich möchte ja nicht, dass alle nur Rücksicht auf mich nehmen müssen. Ich möchte ja kein Ballast sein! Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Und das, obwohl ich ja nicht ganz unsportlich bin. Ich gehe joggen, tanzen, fahre Rad. Aber trotzdem…

Jürgen, mein Mann, versuchte mir meine Bedenken zu nehmen. Er erzählte, wie erholt er sich immer fühlt, wenn er von einer Bergtour kommt. Der ausschlaggebende Punkt war dann für mich, dass ich im Falle einer Erschöpfung oder Verletzung in der Pension bleiben kann und ich nicht in einer Hütte bleiben müsste. Ja, so buchten wir diese Reise.

Ich war aufgeregt und lernte Manfred, unseren Wanderleiter kennen. Die Gruppenteilnehmer stellten sich am Abend in der gemütlichen Stube unserer Wirtsleute Stefan und Irene vor, die uns übrigens köstliche Schlemmerfrühstücke zubereiteten. Manfred fragte uns nach unseren Erfahrungen, Vorstellungen und Erwartungen der kommenden Woche. Dabei stellte sich heraus, dass ich nicht der einzige Neuling in unserer Wandergruppe war. Wir waren 9 Teilnehmer: Manfred mit Moni, Petra und Wolfgang, Kerstin und Peter, Ralf, sowie Jürgen und ich, Sonja. Peter war mit seinem Mountainbike gekommen und wollte die Berge mit dem Rad befahren. Die Touren waren so ausgewählt, dass wir Peter teilweise treffen konnten. Die Abende verbrachten wir alle gemeinsam, gern bei einem Glaser´l Schnaps.

Am Tag vor der ersten Wanderung checkte Manfred erst einmal unsere Ausrüstung, die Stöcke und die Gamaschen. Er zeigte, wie ich die Gamaschen anziehen muss, richtete die optimale Höhe der Wanderstöcke auf mich ein und sagte, wie ich sie richtig einsetzen kann, um Kraft zu sparen. Auf den Wanderungen habe ich viel von der Technik gelernt, wie man in den Bergen richtig geht. Jeden Tipp von Manni hab` ich versucht umzusetzen, z. B. die „Fremde-Klo-Stellung“ ( Manni nannte sie „Kack-Stellung“) beim bergab gehen. Fußspitze immer nach vorne. Festen Stand suchen. Kleine Schritte machen. Steine als Tritt benutzen. Beim steilen bergauf gehen, mit den Fußspitzen gehen, das spart Energie. Wir übten dies und es gab mir Sicherheit.

Manfred gab das Tempo vor. Immer wieder passte er auf ob wir die Schritte richtig setzen, in einem für alle angemessenes Tempo gehen. Er hatte alles im Blick und gab Hilfestellung, wenn es nötig war. In der Gruppe gab es keinen Druck. Jeder achtete auf den anderen und es entstand ein schönes Gemeinschaftsgefühl. Dafür möchte ich euch allen danken! Meine Bedenken waren umsonst.

Ich war erstaunt, wieviel Freude mir diese Woche gemacht hat! Anstrengend, ja, ich bin ins schwitzen gekommen, aber es ist ja auch kein Spaziergang dort oben, in den Bergen. Eine gewisse Kondition sollte man schon mitbringen. Die Freude über das Geleistete und Erlebte, überwiegt. Gern denk ich an das Motto: „A bisser`l was geht alleweil!“ Gel, Petra? Dieser Spruch begleitete uns in der Woche, ebenso die Faszienrolle und die Trainingstipps zwischendurch. Unser Bergleiter war für alles gerüstet, 😊. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Wandervorschläge…

Danke für dieses schöne Erlebnis!
Sonja Rath-Lund