Sellrainer Hüttenrunde

30.07. – 06.08.17 – Erlebnisbericht – (v. Sissi Forstbach)

Vorbemerkung
Wie auch in den letzten 3 Jahren wollte ich dieses Jahr wieder eine Hüttentour machen. Allerdings fand ich keine terminliche Einigung mit meinen Wanderfreundinnen.
Also hab‘ ich mal im DAV-Sektionsheft geblättert und mich dann mutig mit in die „Sellrainer Hüttentour“ eingebucht, auch weil der Termin perfekt passte!:
Einstufung: MITTEL -> wird die Kondition dafür reichen? Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Es folgte Vorbereitung:
– Der/die Eine/Andere – so auch ich – kamen zum Ausrüstungs-Infotag
– Was muss mit und was nicht!? Tipps, Einblick u. viel Wissenswertes rund um eine
Hüttentour
und Vorfreude:
– Fotopräsentation durch Manni, erstes Gruppen-Treffen in DAV-Sektionshütte
– EXTRA-Tipp von Manni: „Nicht DENKEN, sondern MACHEN!“
– Emails werden verschickt, Fahrgemeinschaften besprochen u. festgelegt
schließlich die

ANREISE nach Gries im Sellrain; bis 18h sollten alle da sein – der Reihe nach waren dann auch alle bei bestem Sonnenwetter und stress-freier Fahrt früher od. später eingetrudelt. Unsere Fahrgemeinschaft (Christine, Ulli und ich) hatten vorab in Stams (Tipp v. Christine: herrlicher Klosterbiergarten) noch einen kurzen Pausen-Zwischenstopp eingelegt – Urlaub hatte ja schon begonnen 🙂

Bei unserer Ankunft saßen bereits alle gemütlich im Sporthotel Antonie gleich neben unserer Unterkunft „Alpengasthof Grieserhof“ beisammen. Die Runde war sodann mit 12 erwartungs-frohen Wandersleut‘ (Manni, Reinhard, Karsten, Manfred, Thomas und Vera, Dany, Heidi, Manuela, Christine, Ulli und mir) komplett. Erstes kurzweiliges Kennenlernen und erste Info’s/Hinweise durch Manni zum Ablauf für den Abend, den nächsten Morgen, die Wetteraussichten, etc.

Auf Vorschlag von Thomas wurden die Autos noch schnell nach Kühtai gebracht, mit dem Vorteil, dass wir am Ende unserer Tour von dort gleich frühzeitig die Rückreise antreten könnten.

Im Sporthotel gab es leckeres Abendessen und in ersten Gesprächen stellte sich bereits eine lustig, gesellige Stimmung ein. Unser Bergführer Manni packte dann die Wanderkarten auf den Tisch und gab den ersten Einblick auf die morgige gleich „knackige“(weil ausreichend km‘ s und hm‘ s) Tour.

1. Touren-TAG – Etappe Praxmar – Westfalenhaus
Nach gutem Schlaf in 2-Bett-Zimmern, einem stärkenden Frühstück, dann Abfahrt per Bus um ca. 8h45 Richtung Praxmar. In Praxmar angekommen folgte – wie abends zuvor „versprochen“ ein steiler Aufstieg zunächst in grünem Wiesengelände, dass sich sodann in felsigeres Gelände wandelte. So beginnt gleich am ersten Tag schon kräftiges Schwitzen u. Schnaufen – für den Einen mehr, die Anderen weniger. Irgendwann ordnet Manni eine Geh-Ordnung an und lässt dadurch die gesamte Gruppe gleichmäßig gut vorankommen. Nachdem dann die ersten 1000 hm hinter uns liegen, sind alle einig, dass wir den Abstecher zum Oberstkogel (ca. 2800) ausfallen lassen; man darf die Leistung am 1.Tag ruhig mal noch was flach halten 😉

Nach Aufstieg folgt dann auch Abstieg – der Weg hinunter zum Westfalenhaus schlängelt sich in etlichen Kurven. Es gibt ein paar wenige Regentropfen, doch mit Passieren der Münsterhöhe reißt der Himmel wieder auf und bei Ankunft auf der Hütte empfangen uns Hüttenteam und Sonne gleichermaßen freundlich. Alles in allem haben wir etliche h Gehzeit inkl. Pausen hinter uns gebracht und uns kühle Getränke sowie Strudel, Kuchen & Co. redlich verdient.

[Wir beziehen hier für 2 Nächte ein 6er Mädels-Zimmer, 1 5erJungens-Zimmer sowie ein DZ für Thomas+Vera.] Am Abend gibt es leckere, großzügig bemessene Hüttenportionen, Weizen, Radler, od. ähnliches u. zur besseren Verdauung dann auch ein Schnapserl – die Hütte ist TOP! – Schöner TAG!

2. Touren-TAG – Westfalenhaus – Gipfel Schöntalspitze – und zurück.
3 Gruppenwanderer entscheiden nach dem Frühstück einen Ruhetag zu nehmen, wir anderen 9 machen uns bei weiterhin bestem Wetter an den Aufstieg zur Schöntalspitze
(1. Gipfel auf 3002m)!
Wir wandern mit leichtem [(Manni, Thomas, Reinhard, Karsten, Christine) bzw. ohne(Vera, Dany, Ulli und ich)]Rucksack über die Münsterhöhe steil bergauf bis zur Zischgenscharte durch wiederum felsiges bzw. schotteriges Gelände; oben angekommen lassen wir Stöcke wie auch Rucksäcke für den Kletteranstieg zum Gipfel zurück und erfreuen uns oben alle über die herrliche Rundum-Aussicht. Wer will es wissen, fragt Manni und zeigt uns schon mal die Scharte über die wir in 2 Tagen dann zur Pforzheimer Hütte wandern werden. Wir verweilen, alle machen tolle Fotos, auch noch ein Gruppenfoto mit Gipfelkreuz. Dann steigen wir zunächst bis zur Scharte wieder abwärts, nehmen Stöcke wie Rucksäcke wieder auf und weiter geht’s hinunter. Ein Pausenstopp, da gibt es durch Manni eine Theorie- u. Praxislerneinheit „Was ist zu tun wenn sich jemand verletzt hat“? Learning by doing lässt er uns einen Lagerplatz bauen, Ulli spielt die Verletzte, wird sachgemäß gelagert sowie ordentlich gegen Kälte in Biwaks eingehüllt. Wissen erweitert! Perfekt!
Heute kürzere Tour, wir sind am frühen Nachmittag zurück am Westfalenhaus und genießen hier die pure Natur rings um uns herum – herrlich!

Ein kurzer Spaziergang zur kleinen Kapelle hinter dem Westfalenhaus dann geht’s zum Abendessen, wieder ausgesprochen lecker und in geselliger Runde neigt sich der 2. Tag.

3. Touren-TAG – Westfalenhaus zur Winnebachseehütte [über Winnebachjoch] Am Morgen stärken wir uns zunächst wieder ausgiebig am Frühstücksbüffet, versammeln uns vor der Hütte, dann noch ein paar Dehnübungen für die Beine und los geht’s auf die nächste Etappenstrecke. Wie schon am Vortag müssen wir steil „aufi“, unterhalb der Münsterhöhe nehmen wir dann den Weg Richtung Winnebachjoch. Hatte Manni mir abends zuvor die Karte vorgelegt und mir erklärt, welches Gelände sich daraus lesen lässt, so wusste ich dass wir heute eher eine gemäßigte Distanz (kurze Wegstrecke) und auch weniger hm‘ s (ca. 500 rauf u. ca. 400 runter) zu bewältigen hatten. Der Aufstieg sowie die Tatsache, dass die Beinmuskeln nun schon den 3.Tag ordentlich in Anspruch genommen waren, hatten es wieder in sich. Oben am Winnebachjoch angekommen, entschädigte die Aussicht in die endlose Weite bei weiter sonnigem Wetter. Der Abstieg führte uns dann in schier nicht enden wollendes Blockwerkgelände, hohe Konzentration bei unseren Schritten forderten uns auf diese Weise sehr. Irgendwann dann liefen wir wieder in wiesemgrünen, steinigem Gelände und hörten (sahen es allerdings nicht) unter diesem Wasser gluckern. Alsbald konnten wir den Winnebachsee und auch die Hütte sehen. Von da an lief es fast von selbst, ein Großteil der Gruppe lief plötzlich weit voran, hatten wir zu dritt (Dany, Ulli und ich) noch ’ne Fotosession eingelegt, holten wir uns infolgedessen bei Manni einen „Anschiss“ ab. Die Gruppe warte unnötig, es wäre zu klären ob und wer noch zum Gänsekragen aufsteigen wolle. Da das Wetter einen Umschwung anzeigte war es einzig Thomas, der gleich nach Ankunft an der Hütte und OK von Manni Richtung Gipfel losmarschierte. Manni folgte ihm nachdem er sich mit Suppe gestärkt hatte. Wir Anderen zogen es vor an der Hütte auszuruhen, Speis + Trank stärkten uns wieder, und dann mal noch Richtung Ernst-Riml-Spitze aufzubrechen. Auf halbem Weg machten wir jedoch kehrt, sieht nach Regen aus. Unten angekommen, blieb Regen aus und Zeit sich frisch zu machen. Die Sonne zeigte sich wieder und so gönnten einige von uns ihren Füßen ein erfrischendes Bad im Mini-Pool hinter der Hütte 🙂 auch mal schön! Zeit zum unbeschwerten DA-Sein!
Abends versorgte Hüttenwirt Heinz und Team unsere Gruppe im kleinen Gastraum der ursprünglich alten Hütte mit guten Speisen sowie kühlen Getränken. Etliche Bier, doch kein Kölsch, also sangen wir im Chor einfach ein paar „kölsche Leedcher“ und hatten reichlich Spaß dabei. Unsre heitere Musikalität lockte ein junges, mutiges, holländisches „Mädche“ zu uns herein. „Darf ich für Euch etwas singen?, daheim musiziere ich auch gerne, meist mit meiner Familie“, fragte Sie. Gerne, so unsere einstimmige Antwort. Sie beschenkte uns mit berührendem Gesang – einfach so, sie machte es zu unserer und Ihrer eigenen Freude.
Wundervoll, dann Hüttenruhe! Gute Nacht!

4. Touren-TAG – Winnebachseehütte -> Pforzheimer- bzw- Schweinfurter Hütte
Neuer Tag – neue Pläne! Wir gehen in 2 Gruppen. Manni ist überaus froh, dass sein Plan B für Manfred, Manuela (beide gesundheitl. etwas angeschlagen) und Heidi sich hat umsetzen lassen. Die 3 würden etwas langsamer nach uns starten und in Sichtweite zur restlichen Gruppe ebenfalls bis zum Zwieselbachjoch auf- und auch durch‘ s langgezogene Zwieselbachtal absteigen, dann allerdings gleich weiter zur Schweinfurter Hütte laufen. Wir hingegen würden dann noch mal wieder aufsteigen zum Gleirschjöchl und von dort weiter zur Pforzheimer Hütte absteigen. Am nächsten Abend dann auf der Schweinfurter Hütte alle wieder zusammentreffen. Los geht’s, der Aufstieg ist wieder anstrengend, wir gehen stetig „und immer schön kleine Schritte machen“, sagt Manni. Am Zwieselbachjoch angekommen, hatten wir wunderbarste Sicht rundum. Manni deutete auf die Wildspitze (Ötztal) seinem nächsten Wanderziel – 2 Wochen später. Nach der Pause dort oben ging es „knackig“ hinunter, zunächst wieder mal über Blockberg, bevor wir dann einen Bach neben uns, in grünem Wiesengelände mit Kühen weiterwanderten – schöne Abwechslung. Der 2. Aufstieg des Tages (nochmal ca. 600 hm) zum Gleirschjöchl brachte mir dann meine persönliche GRENZWERT-Erfahrung: es war warm, wir hatten bereits viele, viele Schritte zurückgelegt. „Rien ne va plus“, dachte ich für mich …doch nix da, es war Reinhard (unser „Lumpensammler“ ab dem ersten Tag), der mir gut zuredete, mich nach meiner Schuhgröße fragte …sodass ich mich dann je 39 cm und wieder 39 cm – schrittweise den Berg hinauf kämpfte. Hab’s wie die Anderen auch geschafft!! Jippiiiii! Klasse!! Respekt!! Pause machen, Aussicht genießen, Freude empfinden.
ACHTUNG – nun folgt der Abstieg und der ist mindestens so fordernd wie ein Aufstieg. Auch das gelingt und nach einem langen Gehzeit-Tag werden wir auf der Pforzheimer Hütte freundlichst und unkompliziert begrüßt. Service funktioniert hier bestens, alsbald schon können wir uns laben 😉 Hüttenwirtin Ingrid kommt persönlich, erklärt die „Besonderheit“ des Abendessens – ein nepalesischer Koch bereitet für alle ein nepalesisches Buffet. Klasse Angebot, hat lecker geschmeckt und Abwechslung in Speiseplan gebracht. Zufrieden verweilen wir nach dem Essen noch lange draußen auf der Terrasse; kosten den Sommerabend auf dem Berg aus und bestaunen den Mond.
ÜBRIGENS: an der Hütte gibt’s tolle Hängematten zum Relaxen – waren nur leider belegt 🙁

5. Touren-TAG – Pforzheimer Hütte zur Schweinfurter Hütte –
Kikeriki, kikeriki, hören wir früh ab 4h30 den Weckruf des farbenfrohen Hahns – famos? ;-(
Für mich dann ein etwas „hektisches“ Frühstück – alle Anderen sind fast fertig, da fang‘ ich grad erst an (es ist doch erst 6h30?!) …doch je früher wir losgehen, desto besser! Heute wollen wir vor dem Gewitter!! (liegt in der Luft, es ist zu warm auf dieser Höhe, meint Manni und die Wolken deuten es an) oben auf dem Zwieselbacher Roßkogel ankommen. Geht’s zunächst über die Wiesen der Hochalm und nach Querung eines Baches noch gemäßigt wieder bergan, wird es bald wieder steiler, steiler, anstrengend, weil es über Blockwerk geht. Bevor wir dann endlich oben vor dem Wegweiser „Zur Schweinfurter Hütte“ stehen, haben wir noch ’ne Verschnaufpause mit Blick auf einen kleinen See – FOTO klick, sehr schön. Außer Vera (fühlt sich nach dem Aufstieg etwas K.O.) machen wir uns alle auf die letzten Meter zum GipfeI. Ein bisschen Kletterei ist dazu notwendig, irgendwie macht’s mir heute richtig Spaß 🙂 Und wieder hat es sich gelohnt; die Rundum-Aussicht hier oben ist grandios. Unsere Freude so groß, dass darf meint Reinhard mit dem „KOFFERLIED“ (über den Wolken) besungen werden. Chorgesang vom Feinsten – Manni fordert für‘ s Video eine Zugabe: kriegen wir hin! Auch die Sonne lacht mit uns um die Wette. Entwarnung vor Gewitter dennoch erst mal nicht – drum hurtig retour zu Vera und unseren Rucksäcken um von dort auf einem steilen, aus losem Geröll bestehenden Weg ins Zwieselbachtal hinunterzusteigen. Wieder anstrengend, es dauert bis wir dann unten – immer noch Sonnenschein (nur noch lockere Wolken – doch kein Gewitter) – auf einem Wiesenstück eine wirklich ausgedehnt lange Pause (ca. 1h) einlegen. BROTZEIT und wie ist es wunderbar dabei zu quatschen oder nur dazusitzen um dem Licht- u. Schattenspiel der Wolken über den Bergen zuzuschauen. Dann heißt es aufrappeln, wieder in Tritt kommen und die letzten Abstiegsmeter bis zur Hütte nehmen. Das letzte Stück ist wiesengrün, blumig (hat’s hier Blaubeeren gegeben?), wir laufen neben einem Bach her, dann sehen wir die Hütte und dort auch unsere 3 „Voraus“-Wanderer wieder. Gemeinsam plaudernd erfreuen wir uns den Rest des Tages über die wiederum freundliche Hüttenbewirtung. TOLLER TAG! Abends erst fällt dann der Regen. Gutes Timing!!

6. Touren-TAG – Schweinfurter Hütte – > Dortmunderhütte / 2 Varianten
Gut geruht – in einem Riesen-Betten-Lager ( 17 Betten) kaum zu glauben – aber wahr! Der letzte Touren-Tag beginnt.
Frühes Frühstück, früher Aufbruch, für den frühen Nachmittag ist wieder mit Gewitter zu rechnen. Nebel statt blauer Himmel. Die Gruppe teilt sich nochmals:

Zur 3erGruppe (Manfred, Manuela, Heidi) gesellen sich wg. Wetterwarnung, Kräfteschonung noch Karsten, Dany als auch Thomas und Vera – sie alle wollen den kürzeren Alternativ-Schlecht-Wetter-Weg zur Dortmunder Hütte gehen.
-> Hiervon berichtet Vera wie folgt: Wir 7 gingen relativ gemütlich erst durch Nebel und dann über den Wolken zur Finstertaler Scharte rauf. Man war zwar nicht mehr fit, aber mit unseren Pausen doch noch 20 Minuten schneller unten als angegeben. Tschakka. Kurze Rast auf der Scharte und dann der zuerst felsige Abstieg zum Stausee. Einige Stellen mussten etwas abgeklettert werden bis wir nach etwas mehr als einer Stunde wieder durch Nebelschwaden am Stausee ankamen. Der Wanderweg wurde etwas breiter und führte die ganze Zeit am Stausee entlang, bis zur Staumauer. Kurz vor Ende des Sees, war dann der Wanderweg gesperrt. Hier war wohl eine Mure abgegangen und wir mussten die Stelle am steilen Hang etwas umgehen. Nach 4 Stunden hatten wir dann erstmals wieder Teerstraße unter den Füßen. Über die Straße und dann über sich ziehende Wanderwege ging es abwärts bis zur Dortmunder Hütte am Kühtai. Endlich angekommen, hinsetzten, trinken essen… Was war das herrlich. Nachdem wir alle geduscht waren, kamen die anderen fünf von der längeren Variante pünktlich vor dem einsetzenden Regen an.

Bleibt eine 5er Gruppe um Manni (mit Reinhard, Christine, Ulli und mir), die den längeren Weg (Teilstück des Wilhelm-Oltrogge-Weg) über den Hochreichkopf (3010m) zur Hütte nehmen wollen.
Kaum sind wir gestartet, ruft Reinhard von hinten “ Hey, Manni ich hab‘ meine Wasserflaschen an der Hütte vergessen“ – kein Scherz ;-( er joggt retour zur Hütte und wieder retour zu uns Wartenden. Schon mal warmgelaufen 😉
Wir nehmen neu Schwung und wandern leicht bergauf durch schönen Kiefernwald. Im Nebel und ohne Sicht ist die Stimmung schon fast mystisch. Es ändert sich als wir weiter hoch steigen, das Wiesengelände wieder felsiger wird. Da reißt der Himmel mal auf und wir erhaschen einen ersten Blick auf die gezackten Felskanten an der Scharte. Bis dahin steigen wir dann schwitzend weiter steil bergauf. Oben an der Scharte ist dann aber leider wieder null Sicht. Auf den Gipfel? Darf das ohne Sicht? Trinkpause – ok, dann wollen (dürfen) wir alle rauf hoffend, dass sich der Nebel doch wieder verflüchtigt. SCHADE, wir bleiben von Nebel eingehüllt = anderes Gipfelerleben. Wir klettern wieder abwärts, nehmen an der Scharte Stöcke und Rucksäcke wieder auf. Ab da geht’s los mit viel Kletterei und Kraxelei; es gibt mehrere seilversicherte Passagen und auch etliche Tritthilfen. Abenteuerlich, fordernd, es macht aber auch Spaß. Wir erreichen die Niederreichscharte, machen eine Verschnaufpause, verlassen den Wilhelm-Oltrogge-Weg und steigen durch‘ s wunderschöne Längental Richtung Kühtai ab. Die Hütte kommt in Sicht und dann gehen wir die letzten Meter erstmals wieder über eine asphaltierte Straße. Adieu unberührte Bergwelt. Unsere Gruppe gesellt sich zur gemütlichen Runde unserer Mitwanderer auf der Terrasse und es beginnt reger Austausch über die Abschlussetappe. Später sitzen wir beim Abendessen, geben Feedback an Manni zur Tour und dann erst fällt der Regen. Wenn „Engel“ unterwegs sind 🙂

Abreise ab Dortmunder Hütte / Kühtai
Nach angenehmer Nachtruhe abermals in 2-Bettzimmer, treffen wir uns ein letztes Mal zum gemeinsamen Frühstück. Tja und dann heißt es Abschied nehmen. Wir wünschen einander gute Heimfahrt und sind uns einig, die Tour war in jeder Hinsicht (Wetter, Truppe, Etappen) ein beglückendes Wander-Erlebnis!!

Wer wandert demnächst auch mal mit?