Klettern im Naturpark Paklenica

Autor: Martin Bock

Bilder von Fritz Blach

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Wir, dass sind acht Leute aus den Sektionen Gummersbach und Siegen, hatten uns zusammengefunden, um mal wieder außerhalb unserer heimischen Klettergärten aktiv zu sein. So früh im Jahr bleiben, wenn man es garantiert warm haben will, dann aber nur die südlichen Gefilde hinter den hohen Bergen übrig. Da es aber auch davon genug gibt, mussten wir uns erst einmal auf ein Gebiet einigen.

Fünf von uns waren vor einigen Jahren schon in Kroatien gewesen und so begeistert, dass wir uns spontan noch einmal für diese Gegend entschieden. Der nächstgelegene Ort heißt Starigrad und ist inzwischen touristisch so erschlossen, dass es kein Problem war eine günstige Ferienwohnung zu finden. Statt einem Auto nahmen wir das Flugzeug und so waren wir schon nach 1.5 Stunden Flugzeit am Ort unserer Wünsche.

Zum einen hat das Klettereldorado an der Adria neben super rauem Kalkfels mit irrsinnigen Wasserrillen auch noch den Vorteil direkt am Meer zu liegen. Eine Kombination, die einen ganz besonderen Reiz hat und wirklich nicht überall zu haben ist.

Zum anderen gibt es hier Routen für jedermann. Das heißt, dass es Base Climbs gibt, die direkt vom Weg aus geklettert werden können (10 bis 30 Meter), die wegen der Beliebtheit doch schon etwas speckig werden, aber auch Mehrseillängen Touren (bis 13 Seillängen und 350 Metern Wandhöhe), die einen den ganzen Tag fordern und mit Zu- und Abstieg sehr Alpin sind. Auch sollte der Vorsteiger bei solchen Touren die mobilen Sicherungsgeräte beherrschen können.

Allerdings sind die Absicherungen in den meisten Fällen sowieso nicht gerade Südfranzösisch und die Bewertung erschien mir eher hart. Hakenabstände in 1.5 Meterabstand sind äußerst selten zu finden und eher einem glücklichen Umstand zu verdanken als wohlüberlegter Planung. Wer hier eine 5c gehen will sollte in Südfrankreich schon eine 6a beherrschen. Der Fels ist oftmals so rau, dass ein Sturz lieber vermieden werden sollte, da sonst bestenfalls nur die „Tapete“ ab ist. Die ausgeprägten Wasserrillen sind so scharfkantig, dass ein anstoßen ausreicht, um eine kleine blutende Wunde zu erzeugen. (Kletterspruch des Tages: Da kann man ja ein Brot drauf schneiden!) Man oder Frau sollte sich daher vorher gut überlegen, und den Führer studiert haben, in welche Route man einsteigen will. Dafür wird man aber mit einer grandiosen Kletterei belohnt, die ihresgleichen sucht.

Aber das Beste kommt dann nach einem anstrengenden Klettertag, wenn die Finger nichts mehr halten können. Das Bierchen oder der Cappuccino an der Strandbar. Im Rücken die Felsen und vorn das Meer im Sonnenuntergang. (Klinkt wie aus einer Kitsch-Werbung, gab es aber tatsächlich, und das täglich.) Der Spruch des Tages: Hier könnte man auch das nächste Mal Urlaub machen.

Natürlich gibt es auch einen Szenetreff bei „Dingko“. Das Lokal liegt leider nicht direkt am Meer, dafür aber direkt am Schluchtanfang, so dass man zwangläufig rein muss. Spruch des Abends: Habe da so eine gegrillte Fisch, vielleicht eine kleine Salat dazu? Vielen Danke! Natürlich gab es auch den berüchtigten Slivovic des Hauses, und nicht nur einen. Was die Stimmung noch weiter hob, aber auch den Rückweg erheblich länger erschienen ließ.

Insgesamt sind wir alle soviel geklettert, dass wir tatsächlich auch Ausruhtage brauchten in der wir um die Finger zu schonen eine Wanderung machten, oder per Mietauto uns die Plitwitzer Seen anschauten. Die Adria war trotz mehrfacher Versuche zum Baden leider noch zu kalt.

Natürlich gab es auch Kletterhighlights:

Aber sonst lief alles glatt. Die Preise waren wirklich günstig, was sich besonders beim Pivo (Bier) bemerkbar machte. Alles in allem, ein gelungener Urlaub.