Der DAV wird 150 !

Am Abend des 9. Mai 1869 traf sich in München eine kleine Gruppe deutscher und österreichischer Bergsteiger und gründete im Gasthaus „Zur blauen Traube“ den Deutschen Alpenverein. Sie verstanden ihn als „bildungsbürgerlichen Bergsteigerverein“ und verfolgten das Ziel, touristische Erschließung voranzutreiben und „die Kenntnis der Alpen zu verbreitern und Ihre Bereisung zu erleichtern“. Der Grundstein war gelegt für den heute fünftgrößten Sport- und größten Naturschutzverband Deutschlands. In 2019 blickt der DAV auf 150 Jahre bewegter Geschichte zurück

Vom Bergwandern bis zu Olympia

Im späten 19. Jahrhundert war es trotz der hohen Attraktivität für die allermeisten Menschen nicht vorstellbar, die Alpen auf eigene Faust zu entdecken. Der DAV machte es möglich, das Hochgebirge zu besuchen. Er legte im Laufe der Jahre ein umfangreiches Hütten- und Wegenetz an, lieferte Kartenmaterial, veröffentlichte Tourenbeschreibungen und organisierte das Bergführerwesen. Heute unterhält der Deutsche Alpenverein 322 öffentlich zugängliche Hütten mit über 20.400 Schlafplätzen und pflegt rund 30.000 Kilometer Wanderwege.

Das leistungsbezogene Bergsteigen rückte bereits seit dem Ersten Weltkrieg in den Mittelpunkt. Heute liegen die Schwerpunkte des DAV zusätzlich im Sport- und Wettkampfklettern. In vielen Sektionen wurden im Laufe der Jahrzehnte künstliche Kletteranlagen fernab der Berge gebaut, heute sind es rund 210 im gesamten Bundesgebiet. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Aufnahme von Klettern als Olympische Disziplin in Tokio 2020.

Anwalt der Alpen

Heute finden Freundinnen und Freunde aller Bergsportarten wie Wandern, Skibergsteigen, Mountainbiken oder Alpinklettern im DAV Gleichgesinnte. Sie verbindet auch das gemeinsame Ziel, die einzigartige Bergwelt für kommende Generationen zu erhalten. Von Beginn an setzte sich der Alpenverein auch für den Naturschutz im Alpenraum ein. 1927 nahmen die Delegierten der Alpenvereinssektionen die „Erhaltung der Ursprünglichkeit und Schönheit des Hochgebirges“ als Ziel in die Satzung auf. In den 1970er Jahren, als die öffentliche Aufmerksamkeit für Naturschutzthemen sehr groß wurde, kämpfte der DAV mit Protesten, Resolutionen und fachlichen Gutachten gegen Wasserkraft- und Seilbahnprojekte. Auch heute setzt er sich für raumplanerische Maßnahmen und die Einrichtung von geschützten Gebieten ein.

Toleranz und Vielfalt

Nach dem Ersten Weltkrieg richtete sich der Alpenverein zunehmend deutschvölkisch aus. Jüdische Bergsteigerinnen und Bergsteiger wurden ausgegrenzt. Nach 1933 kooperierte der Verband eng mit dem nationalsozialistischen Regime. Seine Geschichte versteht der Deutsche Alpenverein als Verpflichtung, sich umso mehr für Vielfalt, Toleranz und gegenseitige Achtung einzusetzen.

Heute ist der Alpenverein mit seinen 1,2 Millionen Mitgliedern in 356 Sektionen ein moderner, vielfältiger Verband mit einem großen Spektrum an Aufgaben. Neben seinen bergsportlichen Angeboten bekennt er sich auch zu gesellschaftspolitischem Engagement. Dazu gehören die in den letzten Jahren ausgebauten Angebote zur Integration von Flüchtlingen.

Mehr zur Geschichte des Deutschen Alpenvereins unter www.alpenverein.de/geschichte

Quelle Homepage DAV